Der Norden Thailands – Der Mae Hong Son Loop und ein Abstecher zum Puh Chi Fa

Nach der stressigen Durchquerung Myanmars in einer geführten Tour, waren wir froh, bei Romans Freundin Barbara entspannen zu können. Barbara hat vor vielen Jahren ein Waisenheim gegründet und viel Energie in das Projekt gesteckt. Wir bewundern ihren Mut sehr. Was sie da auf die Beine gestellt hat ist beeindruckend (https://baandoi.org/).

Chiang Mai

Anschliessend fuhren wir nach Chiang Mai und campten dort auf einem bewachten Parkplatz direkt neben der Partymeile. Halb so schlimm: Die Parties fanden nur zwischen neun und zwölf Uhr abends statt. Danach war es wieder ruhig. Die Securities waren sehr freundlich und wir bezahlten knapp 5 CHF für 24h parken. Dafür durften wir auch im Auto schlafen. Die Lage war super. Die Sehenswürdigkeiten, viele Cafés und die Nachtmärkte waren zu Fuss erreichbar. Direkt um die Ecke war ein guter Bäcker, wo wir unser Frühstück kauften. Die Übernachtungen auf dem Parkplatz waren in Ordnung. Wir fanden unter einem Baum ein schattiges Plätzchen und hatten genügend Platz um uns herum. Dass Chiang Mai die kulinarische Hauptstadt Thailands sein soll, können wir nachvollziehen. Wir haben dort sehr gut gegessen und vermissen jetzt schon die leckere Suppe Khao Soi. In Chiang Mai gibt es viele vegetarische Restaurants. Sehr gut gegessen haben wir im «Morning Glory Vegetarian Restaurant» und im «Ming Kwan Vegetarian Restaurant».

Doi Inthanon

Von Chiang Mai fuhren wir südlich über den höchsten Berg Thailands, den Doi Inthanon. Dieser kostete für das sonstige Preisniveau in Thailand hohe 10 CHF Eintritt pro Person. Zum Glück war hier aber – wie so oft in Thailands Nationalparks – die Übernachtung auf dem Campingplatz inklusive. Der Platz war schön gelegen in einem Pinienwald und hatte saubere Duschen und Toiletten. Wir übernachteten eine Nacht auf dem Campingplatz und eine Nacht beim Wasserfall Mae Pan. Wir konnten es kaum glauben, aber die beiden Nächte Ende Dezember waren so kalt, dass wir die Heizung angemacht haben. Auf dem Doi Inthanon kann man der Hitze entkommen, einige Wasserfälle anschauen und kurze Spaziergänge machen. Trekken kann man alleine nicht, hierfür benötigt man einen Guide und der muss selbstverständlich bezahlt werden. Ebenfalls extra kostet die Besichtigung der beiden Pagoden. Wir haben auf beides verzichtet, weil wir schon vor einigen Jahren auf diesem Berg waren. Würden wir den Besuch Doi Inthanons empfehlen? Uns hat der höchste Berg Thailands mit knapp 2600m etwas enttäuscht.

Pang Chang Lake (Nationalpark)

Unser Weg führte uns weiter zum Pang Chang See. Der See liegt ebenfalls in einem Nationalpark, kostete aber nur etwa 6 CHF für uns beide inklusive Übernachtung auf dem Campingplatz mit Toilette und Dusche. Uns gefiel der Ort sehr gut. Die Wiese zum Übernachten liegt direkt am See. Wahrscheinlich ist es ein Stausee, denn aus dem Wasser ragen diverse Baumstümpfe. Morgens früh zogen Nebelschwaden über den See und machten den Anblick mystisch. Dem See entlang führt ein schöner, halbwegs gepflegter Weg durch den Dschungel. Wir hatten den Camping- und den Nationalpark für uns alleine.

Mae Hong Son

In Mae Hong Son haben wir nur einen kurzen Zwischenhalt gemacht, um etwas zu essen. Zu unserem Glück fanden wir wieder ein vegetarisches Restaurant. Ich bestellte mein Essen «not spicy». Der Kellner überredete mich zu «a little bit spicy». Ich hätte es wissen sollen: Ein bisschen scharf kann in Thailand unglaublich scharf sein. Das Essen war trotzdem sehr lecker. Die Nacht verbrachten wir gemütlich am Strassenrand Richtung Norden hinter einer Hecke versteckt.

Tham Lod Höhle

Die Erkundung der Höhlen ist nur mit einem Guide möglich, der eine Gaslampe mit sich führt. Hierfür haben wir 10 CHF bezahlt. Die Höhlen sind beeindruckend gross mit vielen Stalagtiten und Stalagmiten. Wir bewunderten die alten Holzsärge und Wandmalereien. Um von einer Höhle zur anderen zu gelangen, fährt man auf einem Floss und wird dabei von unzähligen Fischen begleitet. Vorab haben wir im Internet gelesen, dass die Guides ungeduldig seien und ein sportliches Tempo anschlügen. Würde man etwas langsamer unterwegs sein und die Umgebung bestaunen wollen, würden sie mit der Gaslampe nicht auf einen warten. Wir folgten dem Tipp und brachten eigene Taschenlampen mit. So konnten wir uns so viel Zeit lassen, wie wir wollten. Unser Guide war darüber nicht allzu erfreut. Es wurde uns erlaubt, neben der Höhle zu übernachten. Es sah ein wenig aus wie ein Campingplatz, doch wir waren die einzigen Personen. Bezahlt haben wir hierfür nichts. Es gab eine Toilette und eine einfache Dusche mit Eimer. Vor Sonnenuntergang spazierten wir zum Höhlenausgang. Wir sahen über eine Stunde lang dem Spektakel zu, wie die Schwalben in einem Affentempo in die Höhle zu ihrem Nachtlager flogen. Etwas später flogen dann etwas weniger Fledermäuse aus der Höhle raus.

Pai

Über Pai hatten wir schon Vieles gehört. Einige schwärmen von der gelassenen Atmosphäre des Bergdorfes, andere hingegen finden es hier viel zu touristisch. Das Dorf ist tatsächlich sehr touristisch, doch wir fanden es hier total gemütlich und das Klima war sehr angenehm. Ab und an können wir touristischen Orten auch Positives abgewinnen: Wir finden in Pai sehr viele vegetarische Restaurants, wir können hier gutes Brot kaufen und auch einmal ein gutes, westliches Mahl zu uns nehmen. Jeden Abend findet ein Nachtmarkt mit unzähligen Essensständen statt, der für uns wie ein Foodtruck Festival wirkte. Sehr lecker fanden wir die vietnamesischen, vegetarischen Sandwichs gefüllt mit Pilzen, Salat, Karotten, frischen Kräutern und diversen Saucen, die uns eine nette Dame frisch nach unseren Wünschen zubereitete. Nach dem Essen besuchten wir jeweils die Punk Bar. Dessen Besitzer geht jedes Jahr für einige Monate nach Berlin. Pai hat in der Nähe einige Sehenswürdigkeiten, wie den Pai Canyon, zu bieten. Übernachtet haben wir gratis auf dem Parkplatz vor dem Fluid Swimming Pool, einem Freibad. Die Leute, die dort arbeiten, waren sehr freundlich zu uns. Der Eintritt zum Pool kostete pro Person und Tag etwas weniger als 3 CHF. Wir waren vier Nächte dort und haben zwei Mal den Eintritt bezahlt. Wir konnten nicht nur die Toiletten, sondern auch die Duschen benutzen. Die Pommes und das Sandwich mit Fetakäse waren sehr köstlich. Die Stimmung ist sehr entspannt und manchmal legt ein DJ auf. Da es in Pai in der Nacht sehr kühl wird, war das Wasser sehr kalt. Unbedingt zu empfehlen ist das Essen bei Dang Thai (gegenüber vom Earth Tone). Die nette Dame kocht mit frischen Zutaten thailändisches Essen. Die Bananenchips waren auch sehr lecker. Im Friendship Concept Meatless Grill, das von einem innovativen, ausgewanderten Franzosen geführt wird, gib es leckeres, veganes Fastfood.

Chiang Rai

Nach einigen Tagen fuhren wir nach Chiang Rai und übernachteten dort bei einer älteren, thailändischen Dame in ihrem Hostel Ban Lotus. Sie hat dort ihr eigenes Haus und um den wunderschönen Garten stehen einige Bungalows. Es war gerade Vorweihnachtszeit und unsere Gastgeberin hatte als Christin nicht mit Weihnachtsdekoration gespart. Wir hatten schon fast vergessen, dass Weihnachten vor der Tür steht. Das Auto konnten wir gratis im Innenhof parken und wir nahmen uns ein Zimmer für 5 CHF. Viel angeschaut haben wir uns in Chiang Rai nicht. Der Nachtmarkt war authentisch, aber sehr fleischlastig und für uns als Vegetarier deshalb nicht sehr interessant.

Puh Chi Fah

Schon bei unserem letzten Besuch in Thailand vor einigen Jahren machten wir einen morgendlichen Ausflug zum Puh Chi Fah, um den Sonnenaufgang über den Hügeln von Laos zu bestaunen. Da er zu den schönsten Sonnenaufgängen gehört, die wir je gesehen haben, wollten wir dort unbedingt nochmals hin. Auf dem Parkplatz unterhalb des Berges durften wir gratis übernachten. Wir ahnten, dass der Puh Chi Fah kein Insider Tipp mehr war. Viele Leute schlugen etwas unterhalb vom Parkplatz ihr Zeltlager auf. Um halb fünf klingelte unser Wecker und wir fuhren mit Rosie ein kleines Stück den Berg hoch, von wo aus wir noch ungefähr 30 Minuten zum Berggipfel hinauf gehen mussten. Oben angekommen, wurde unsere Vorahnung bestätigt und wir waren umgeben von unzähligen Leuten. Wir fanden trotzdem ein Plätzchen in der ersten Reihe und warteten im Dunkeln auf die ersten Sonnenstrahlen. Diesmal waren die Hügel unter uns bewölkt und uns zeigte sich ein mystisches Bild. Trotz der vielen Leute, war das Erlebnis wunderschön.

Übernachtung am Stausee vor Chiang Mai

Auf dem Rückweg Richtung Chiang Mai hatten wir noch einige Tage Zeit, bis Marcos Vater zu Besuch kam. Wir übernachteten an einem Stausee und fanden ein ruhiges Plätzchen, wo uns lediglich wenige Fischer besuchten. Diese interessierten sich jedoch nicht für uns und so konnten wir dort ruhige Tage verbringen.

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