Corona Tagebuch 1 – Wie alles begann

Am 22. März 2019 fuhren wir mit unserer Rosie, einem zum 4×4 Camper umgebauten Land Rover Defender, im idyllischen Diepoldsau los. Unser Ziel ist, China auf dem Landweg zu erreichen. Hierfür haben wir Rosie monatelang so umgebaut, dass wir mit ihr tagelang in der Wildnis überleben können. Wir haben einen Frischwassertank mit Wasserfilteranlage, wodurch wir aus dreckigem Wasser Trinkwasser machen können. Zudem haben wir zwei weitere Wassertanks zum Duschen, Geschirr abwaschen, Kleider waschen und was sonst noch nötig ist. Mit unserem Benzinkocher können wir lange kochen, da wir einen kleinen Benzinkanister dabei haben.

Während eines Jahres fuhren wir von Diepoldsau auf direktem Weg in die Türkei und weiter über den Iran, Pakistan, Indien, Nepal und Myanmar nach Südostasien. In Thailand kamen wir Anfang Dezember des Jahres 2019 an und verbrachten dort erst einmal drei gemütliche Monate.

Ende des Jahres 2019 ist vom Corona Virus noch kaum die Rede. Da wir im späteren Frühling durch China fahren wollen, informieren wir uns genauer und erfahren, dass China immer mehr Infizierte hat und Wuhan abgesperrt wurde. Anfangs macht uns das aber noch keine allzu grossen Sorgen, denn wir können die ganze Situation um das neuartige Coronavirus noch nicht einschätzen. Wir nehmen im Januar 2020 mit einer Reiseagentur in China Kontakt auf. Die Agentur hat wenig Bedenken, dass wir im Frühjahr durch China reisen können. Da war wohl noch niemandem bewusst, was noch auf uns zukommen wird.

Anfang Februar 2020

Ab Anfang Februar 2020 wird uns bewusst, dass wir so schnell nicht mit unserer Rosie durch China fahren werden. Die Grenze von Laos nach China ist zwar (noch) offen, aber für die Einreise mit dem eigenen Auto benötigen wir eine Agentur und diesen ist das Organisieren von Reisen jetzt untersagt. Wir überlegen, ob wir Rosie nach Russland verschiffen sollen und holen viele Offerten ein. Für das Verschiffen muss man nicht nur einen Container auf dem Schiff organisieren, sondern auch Agenten, die das Aufladen beziehungsweise Abladen des Containers und viel weiteres Bürokratisches erledigen. Wohlgemerkt braucht man einen solchen Agenten sowohl am Start- als auch am Zielhafen. Diese Dienstleistung lassen sie sich mit teilweise horrenden Summen bezahlen. In Russland finden wir einen Agenten, der uns eine ordentliche Kostenübersicht innerhalb eines Tages schickt und dadurch vertrauenswürdig erscheint. Der Kontakt zu den südostasiatischen Agenten ist hingegen chaotisch und unprofessionell. Entweder antworten sie auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht, oder senden uns unvollständige Kostenübersichten mit viel zu hohen Preisen. Spricht man sie auf den hohen Preis an, hört man nie wieder von ihnen. Den Gedanken der Verschiffung nach Russland verwerfen wir nach einigen Wochen des Organisierens wieder. Zu mühsam ist uns die Arbeitsmoral der südostasiatischen Agenten.

Im Februar 2020 entscheiden wir, dass wir nach Laos einreisen und dort warten, bis die Mongolei die Grenze zu China öffnen wird. Die Grenze von Laos zu China ist zu dieser Zeit immer noch offen.

Anfang März 2020

Anfang März 2020 erfahren wir, dass die Mongolei am 15. März 2020 entscheiden wird, ob sie die Grenze zu China öffnen werden. Die Öffnung wäre unser Startschuss für den Beginn der Durchquerung Chinas. Wir hoffen, sind aber skeptisch. Kurz darauf wird unsere Hoffnung zerschlagen, denn die Grenzöffnung sei verschoben worden. Trotzdem nehmen wir Kontakt zu der Visa Agentur in der Schweiz auf, bei denen unsere Zweitpässe aufbewahrt werden. Wir bitten sie, unsere zweimonatigen Visa für China und die einjährigen Business Visa für Russland einzuholen. Sind die Visa für China ausgestellt, müssen wir innerhalb eines halben Jahres einreisen und wir dürfen dann zwei Monate im Land bleiben. Die Visa für Russland sind nach Erteilung ein Jahr lang gültig. Wir wollen die Visa erteilt haben, wenn die Grenzen sich öffnen. Wir haben Hoffnung, dass sie das innerhalb der nächsten sechs Monate werden. Die Visa für China erhalten wir wenige Tage später. Doch Russland hat unterdessen alle Visaerteilungen gestoppt. Wir lassen die Zweitpässe in der Schweiz und warten, bis Russland wieder Visa erteilen wird.

Spontan kaufen wir 25 Masken und 1l Desinfektionsmittel zu einem günstigen Preis in Laos. Wir hörten, in China seien sie Mangelware und wir wollen für den Fall der Fälle vorbereitet sein. Wir machen Spässe über unseren Kauf. Nicht ahnend, dass wir die Masken und das Desinfektionsmittel tatsächlich bald regelmässig benutzen werden.

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