Das Versteck der kommunistischen Bewegung – ein Abstecher in den unberührten, hügeligen Norden (2)

Im Nordosten von Laos liegt das kleine, verschlafene Dörfchen Vieng Xai nahe der vietnamesischen Grenze. Von Phonsavan, wo die «Ebene der Tonkrüge» ist, konnten wir es nach etwa 12 Autostunden erreichen.

Als in den 1964er Jahren während des Vietnam Kriegs die Bombardierungen in Laos starteten, zog die Kommunistische Bewegung in Laos, Pathet Lao genannt, ins nordöstliche Vieng Xai und versteckte sich dort in den Höhlen. In diesen Höhlen etablierte die Pathet Lao eine geheime Stadt mit Regierungsministerien, Shops, Schulen, Spitälern, Wohnungen, Büroräumen und Militärbaracken. Von dort aus führten die späteren Leader der Lao People Democratic Republic ihre politische, militärische und ideologische Kampagne.

Die Höhlen und ihre Umgebung unterstützten 20’000 Leute während der neunjährigen Bombardements. Im Jahre 1973 waren die Bombardierungen vorüber und Häuser sowie Büros wurden vor den Höhleneingängen errichtet. Vieng Xai wurde zur Hauptstadt der befreiten Zone, bis die Pathet Lao im Jahre 1975 über das ganze Land Kontrolle erhielt und die People’s Democratic Republic gegründet wurde. Vientiane wurde zur Hauptstadt.

Der Besuch der Höhlen kostete pro Person etwa 6 CHF. Wir erkundeten sie mit einem Guide, der uns den Weg zeigte und einem Audioguide, der uns gute Informationen gab. Die Toiletten beispielsweise waren ausserhalb der Höhlen. In der Höhle gab es jedoch eine Notfalltoilette. Gekocht wurde draussen über dem Feuer wegen des Rauchs. Kochen konnte man aber nur früh morgens und später abends, wenn es dunkel war. Tagsüber wurde das Gebiet regelmässig bombardiert, denn die Amerikaner wussten genau, wo sich die Pathet Lao versteckt hielt. Auch der Anbau von Essen war schwierig. So konnten auch die Felder nur im Dunkeln bestellt werden.

Wir besuchten drei Höhlen von Mitgliedern des Politbüros und eine grosse Höhle, die dem Militär diente. Die Umgebung ist heute friedlich und ruhig. Wir passierten üppige Gärten und es duftete intensiv nach Jasmin. Ohne Audioguide könnte man sich die regelmässigen Bombardierungen und das damit einhergehende, versteckte Leben in den Höhlen kaum vorstellen. Der Besuch war eindrücklich und bedrückend. Wir finden, der lange Anfahrtsweg hat sich gelohnt.

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