Die Einreise nach Laos und die ersten Tage in der Hauptstadt Vientiane

Wir waren ja ein wenig besorgt, ob uns bei der Ausreise aus Thailand mit unserem eigenen Auto jemand nach unserer Bewilligung fragen würde. Grundsätzlich darf man in Thailand nur mit Guide und Bewilligung mit dem eigenen Auto fahren. Wir fanden jedoch eine Möglichkeit, dieses Gesetz zu umgehen (Genaueres dazu in unserem früheren Post über die Einreise nach Thailand). Während den knapp drei Monaten, die wir in Thailand verbrachten, hörten wir von einigen Leuten, dass immer mehr Beamte an Grenzen das Gesetz anwenden würden und eine Einreise ohne Guide immer schwieriger würde. Unsere Sorgen waren unbegründet, denn es fragte uns niemand nach dieser Bewilligung.

Die Einreise nach Laos bei der Grenze in der Nähe von Vientiane verlief ohne Probleme. Wir fuhren mit unserem Auto zu den Beamten und fragten, was zu tun sei. Dort sassen eine Frau und zwei Männer. Nachdem die Frau unsere Pässe anschaute und kurz mit dem Mann neben ihr redete meinte sie nur: «Er sagt, ihr könnt mit dem Auto einreisen. Geht da rüber und holt das Visa on arrival». Sie zeigte in eine Richtung und wir folgten ihren Anweisungen. Die Visa konnten wir uns innerhalb weniger Minuten für je 32 $ organisieren. Zudem wechselten wir an einem Schalter gleich noch ein paar Dollars in laotische Kip. Mit unseren Visa in der Hand, gingen wieder zu der Frau zurück und sie wies in eine Richtung, wo wir unser Auto registrieren könnten. Das Prozedere war digitalisiert und ein netter Laote half uns dabei, das Formular an einem Computer auszufüllen. So fortschrittlich war die Einfuhr des Autos noch in keinem Land. Waren wir uns doch gewohnt, längere Zeit zu warten bis etliche Formulare ausgefüllt waren. Wir holten Rosie und der Grenzbeamte schaute noch kurz durch das Fenster und schon durften wir nach Laos einreisen. Auf der laotischen Seite der Grenze organisierten wir uns eine Haftpflichtversicherung für das Auto und eine SIM Karte für das Internet: Und das alles innerhalb von knapp zwei Stunden. Ein Rekord, so schnell waren wir noch nie.

Wir machten uns auf, zur nahegelegenen Hauptstadt Vientiane. Auf dem Weg dorthin merkten wir, Laos ist sehr staubig. Die Strassen sind zwar meist geteert oder betoniert, aber die Wege neben den Strassen inklusive der «Gehsteige» sind oft aus Erdboden. In der Trockenzeit entsteht deshalb sehr viel Staub. Dieser legt sich auf die Häuser, die Bäume und die Sträucher und hinterlässt ein tristes, graues, braunes oder rötliches Bild. Wir werden auf der Weiterreise noch lernen, dass Laos noch sehr viel staubiger sein kann und Rosie ganz zu verhüllen mag. Dazu aber später.

In Vientiane fuhren wir als erstes zu einem kanadischen Automechaniker. Der ältere Herr lebt mit seiner laotischen Frau in Vientiane und betreibt eine Werkstatt mit seinen zwei laotischen Arbeitern. Wir wollten eigentlich nur unsere Bremsen checken lassen und die Öle tauschen. Von Freunden wurden wir schon über die Eigenart des Kanadiers vorgewarnt. Bevor er uns zuhörte, was wir denn wollten, erzählte er erst einmal eine halbe Stunde von sich und seinem Leben. In jedem Satz verwendete er das Wort «Fuck» mindestens einmal. Nachdem wir ihm endlich erklären konnten, was wir den überprüft haben möchten, scheuchte er seine Mitarbeiter umher. Er begann wieder mit seinen primitiven Erzählungen und Anja wurde langsam ungeduldig und begann sich über seine Unart zu nerven. Als die Mechaniker fertig waren und wir endlich los fahren wollten, hörte der Kanadier einfach nicht auf, zu reden. Wir versuchten, geduldig zu bleiben und sahen es positiv: Wenigstens haben wir hier einen kompetenten Mechaniker gefunden. In den nächsten Tagen würde sich dann jedoch herausstellen, dass wir uns getäuscht hatten.

Als wir endlich loskamen, war schon später Nachmittag. Wir entschieden uns, in der Stadt ein Hotelzimmer zu nehmen und keine Zeit mit der Suche nach einem Stellplatz zu vergeuden. Wir fanden kein Hotel mit bewachtem Parkplatz zu einem vernünftigen Preis. Uns fiel aber auf, dass viele teure Autos am Strassenrand standen. Wir parkten Rosie deshalb auf einem öffentlichen Parkplatz vor dem Hotel. Der Parkplatz war von der Rezeption aus zu sehen und die nette Dame versicherte uns, dass die ganze Nacht jemand an der Rezeption sässe. Gut, die knapp 20 CHF waren es uns Wert. Vientiane ist die Hauptstadt von Laos und hat lediglich 350’000 Einwohner (ohne Ballungszentren). Die am Mekong gelegene Stadt mit ihren vielen Kolonialbauten zog uns in ihren Bann. Sie war gemütlich und wirkte etwas verschlafen. Noch am gleichen Abend besuchten wir den Nachtmarkt, der direkt an der Uferpromenade zum Mekong lag. Der Nachtmarkt wurde nur von wenigen Leute besucht und die meisten waren Einheimische. Wir schlenderten gemütlich an den Ständen vorbei und kauften uns zwei Beerlao T-Shirts für je 2.50 CHF. Wir hörten Musik und folgten den Tönen, bis wir am Mekong auf eine Gruppe trafen, die zu lauter Musik Aerobic machte. Wir schauten ihnen kurz zu und zogen dann in eine Bar weiter. Ein grosses Beerlao (etwas über 6 dl) kostet in Laos in einer Bar oder einem Restaurant um die 15’000 Kip was ungefähr 1.50 CHF entspricht. Diese Preise lagen schon mehr in unserem Budget und wir genossen den Abend bei einigen Bieren und Cocktails.

Am darauffolgenden Tag fuhren wir zu einem deutschen Bäcker (Osemann bakes bread 4 you), den wir auf Google gefunden hatten. An der Theke trafen wir auf einen Schweizer, der ausser sich war, als er erfuhr, dass wir von der Schweiz mit Rosie bis nach Laos gefahren sind. Sofort lud er uns zu einigen Bieren in der gemütlichen Bäckerei ein und wir quatschten ein wenig. Als er mit seinem Roller weiter ziehen wollte, wollte dieser nicht mehr anspringen, weil die Batterie leer war. Marco überbrückte den Roller, wofür wir zu selbstgemachten Spätzli mit Schweizer Käse eingeladen wurden, wenn wir in einigen Wochen wieder zurück in Vientiane sein werden. Wir nahmen die Einladung sehr gerne an. Das Brot vom deutschen Bäcker war übrigens handgemacht aus Roggenmehl und in einem Holzofen gebacken. Es schmeckte irrsinnig gut.

Wir besuchten noch eine Ausstellung über die Herstellung von Prothesen und den unzähligen nicht explodierten Bomben in Laos und dann war es auch schon wieder Abend. Wir entschieden, noch eine Nacht im selben Hotel zu bleiben.

In Vientiane fanden wir ein veganes Restaurant, das Reunion Cafe. Auf der Karte standen Gerichte wie «Duck», «Fried Chicken» und «Grilled Fish». Der Besitzer versicherte uns, dass alle Gerichte zu 100% vegan seien und das «Fleisch» aus Tofu oder Sojaprotein hergestellt würde. Wir entschieden uns für eine Nudelsuppe, das laotische Nationalgericht Laab und die Ente. Die Gerichte waren alle sehr lecker, aber die «Ente» übertraf alles. Hergestellt war sie aus Sojaprotein. Wir essen nun schon seit einigen Jahren kein Fleisch mehr und können uns vielleicht nicht mehr an den Geschmack und Konsistenz von Ente erinnern. Aber diese «Ente» schmeckte erschreckend echt. Wir kommen bestimmt zurück und werden die «Ente» nochmals bestellen.

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