Wildcamping an Thailands Stränden

Nach unserem längeren, ungeplanten Aufenthalt in Pattaya freuten wir uns darauf, die Küsten Thailands zu erkunden. Es war Hochsaison und wir machten uns unbegründete Sorgen, keine einsamen Strände zu finden.

Wir fuhren südwärts dem Golf von Thailand entlang und unser erster Stopp war wenige Fahrstunden ausserhalb Bangkoks. Als wir uns dem Strand näherten, entdeckten wir Malte und Johanna (www.kommingang.de), die mit ihrem Van unterwegs sind und die wir in Pattaya kennengelernt haben. Am nächsten Tag gesellte sich Raffael zu uns, der mit Malte und Johanna China durchquert hatte. Wir verbrachten einige, entspannte Tage mit vielen Cocktails und Kartenspielen direkt am Meer. Die drei wussten noch nicht, wo sie als Nächstes hinfahren würden. Denn Raffael wollte nach Laos und Johanna und Malte mussten in etwa drei Wochen an der Grenze zu Myanmar sein.

Für uns ging es weiter zu einem weiteren Platz am Golf von Thailand mit Aussicht auf kleine Inseln. Wir machten es uns an dem kleinen Strandabschnitt gemütlich. Nach kurzer Zeit fuhr ein französischer Overlander mit seinem Motorrad daher und fragte, ob wir Anja und Marco seien. Wir schauten uns etwas verdutzt an. Er erzählte, er hätte mit Johanna und Malte hier abgemacht, ob wir denn nicht wüssten, dass sie kämen. Was für eine tolle Überraschung. Raffael war auch dabei und wir genossen den Abend in bester Gesellschaft. Da der Platz ziemlich vermüllt war und doch von einigen Touristen besucht wurde, entschieden wir uns, am nächsten Tag weiterzuziehen.

Wir fuhren weiter südlich dem thailändischen Golf entlang zu einem Nationalpark direkt am Meer. Johanna, Malte und Raffael stossen etwas später zu uns. Obwohl es ein offizieller Campingplatz war mit Duschen und Toiletten, waren nur sehr wenige Leute dort. Der Platz war wunderschön im Schatten eines Pinienwaldes direkt am Meer gelegen. Schon öfters haben wir fluoreszierendes Plankton gesehen, welches das Meer zum Leuchten bringt, aber hier war es besonders aktiv. Sobald sich die Wellen brachen, leuchteten die Schaumkronen im Dunkeln hell auf. Die Jungs und Johanna gingen im Dunkeln im Meer baden und waren fasziniert von dem leuchtenden Plankton um sie herum.

Nach drei Tagen verabschiedeten wir uns endgültig von Malte, Johanna und Raffael. Sie gingen wieder nordwärts und unser Ziel war, dem Golf von Thailand weiter südlich zu folgen, dann das Land zu queren um an die Andamanensee auf der anderen Seite Thailands zu gelangen. Etwas nördlich von Phuket hatten wir mit Roman abgemacht, seinen Geburtstag zu feiern.

Zur Geburtstagsparty gesellten sich auch Adrian und Roxana mit ihren beiden Kindern aus Rumänien und Stuart aus Australien. Unser Schlafplatz lag an einem unendlich langen, weissen und sauberen Sandstrand neben einem Tempel, wo Mönche leben. An Wochenenden kamen wenige Thais zum Strand, ansonsten hatten wir ihn für uns alleine. Jeden Abend bewunderten wir einen atemberaubenden Sonnenuntergang über dem Meer. Dieser Ort gehört zu unseren absoluten Lieblingsplätzen in Thailand.

Nach einigen Tagen rafften wir uns auf und verliessen das Paradies, um südwärts Richtung Krabi zu fahren. Wir hörten, es sei dort sehr touristisch, Roman schwärmte aber von einem Plätzchen, wo er auch schon gewesen sei. Wir machten uns auf den Weg dorthin, wurden aber leider von dem Platz weggeschickt. Wir fanden einen grossen Parkplatz direkt an einem schönen Strand. Dort hatten wir vom Restaurant neben an die Erlaubnis, übernachten zu dürfen. Der Strand war zwar wunderschön, nur leider nicht so menschenleer, wie erhofft. Trotzdem blieben wir zwei Nächte, weil Marco und Roman ein Konzert der berühmtesten Reggae Band Thailands besuchen wollten.

Anschliessend kehrten wir um, und fuhren nordwärts Richtung Khao Lak, einige Fahrstunden nördlich von Phuket, das ebenfalls an der Andamanensee liegt. Dort fanden wir eine Sandbank, welche wir mit vielen Krebsen und einigen Spaziergängern teilten. Die Aussicht und die Sonnenuntergänge waren wunderschön. Trotz der Hitze und der vielen Mücken blieben wir einige Tage. Wir hatten uns eine Lithiumbatterie aus Phuket bestellt und mussten warten, bis wir sie abholen konnten. Ja, wir hatten Engpässe bei der Stromversorgung. Aufgrund der Hitze liessen wir die beiden Ventilatoren die ganze Nacht laufen und auch der Kühlschrank verbrauchte bei den hohen Temperaturen mehr Strom als üblich. Wir entschieden uns deshalb, in eine Lithiumbatterie zu investieren, die unser Stromproblem lösen sollte.

Wir hatten noch einige Tage Zeit, bis wir mit Roman, Roxana und Adrian im Khao Sok Nationalpark abgemacht hatten, ein Musikfestival zu besuchen. Wir fuhren deshalb noch etwas weiter nördlich der Andamanensee entlang. Auf der App IOverlander lasen wir von einem Ort an einem einsamen Strand. Einsame Strände gefallen uns und so wollten wir den Ort unbedingt erkunden. Dort angekommen, konnten wir unser Glück kaum fassen. Wir waren die Einzigen an einem langen, weissen, ziemlich sauberen Sandstrand. Etwa einen Kilometer entfernt war ein Fischerdorf und die Fischer fuhren regelmässig mit ihren Booten ins Meer hinaus. Touristen haben wir in drei Tagen keine gesehen. Jeden Morgen um neun Uhr kam ein Thai zum Baden aber ansonsten hatten wir den Platz ganz allein für uns. Morgens konnten wir lange ausschlafen, da unser Auto den ganzen Tag im Schatten stand. Wir hatten einen weiteren Traumplatz gefunden und wir genossen dort unsere Einsamkeit. Wir hätten nie gedacht, dass wir in einem solch touristischen Land wie Thailand zur Hochsaison einsame Plätze an wunderschönen Sandstränden finden würden.

Nach drei Tagen verliessen wir den Traumstrand und machten uns auf zum Musikfestival. Wir wussten nicht, was uns erwarten würde, da alle Informationen auf Facebook auf Thai waren. Das Festival war liebevoll gestaltet. Überall lagen Heuballen, um darauf sitzen zu können. Sogar der „Tisch“ für das Mischpult war aus Heuballen gebaut. Thais sind sehr zurückhaltende Leute, sodass lediglich bei der berühmtesten Reggae Band des Landes Stimmung aufkam. Ansonsten sassen alle Leute auf den Heuballen und kaum jemand tanzte. Komisch fanden wir, dass am ersten Abend erst ab 24:00 Uhr Alkohol ausgeschenkt wurde. Später erfuhren wir, dass ein religiöser Feiertag und der Alkoholverkauf deshalb verboten war. Wir fanden das Festival toll und genossen die drei Tage mit unseren Freunden.

Nach dem Festival hatten wir nur noch knapp eine Woche, um Thailand zu verlassen, weil unsere Visa abliefen. Wir machten uns deshalb ziemlich zügig auf zur laotischen Grenze, liessen es uns aber nicht nehmen, nochmals zwei Tage an unserem Lieblingsstrand zu verbringen.

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