Mingalabad Myanmar

Die Einreise nach Myanmar mit dem eigenen Auto wird nur in einer geführten Tour erlaubt. Wir buchten eine solche für 10 Tage mit Roman und Zofia und bezahlten pro Person 540 Dollar. Hotels und gewisse Sehenswürdigkeiten waren inklusive. Die organisierte Tour hatte zur Folge, dass wir uns im Voraus sehr wenig über Myanmar informiert hatten und unsere wenigen Vorstellungen nur vom Hörensagen herrührten.

Myanmar zeigte sich uns von seiner grünen Seite. Das Land ist grösstenteils hügelig und oft Dschungel ähnlich bewaldet. Die Leute riefen und winkten uns nach und freuten sich, Touristen zu sehen. Wir hatten auf Anhieb einen sehr netten Eindruck von Myanmar. In den ersten Tagen erlitten wir jedoch alle eine Lebensmittelvergiftung, die uns mehrere Tage im Griff hielt und drei von uns zum Arzt führte. Wir haben uns wohl etwas zu sehr über die sauberen Strassen und Restaurants gefreut und unsere normale Vorsicht vergessen. Auf das burmesische Essen – insbesondere den eigentlich leckeren Teesalat – hatten wir anschliessend leider keine Lust mehr.

In einigen der über 900 mystischen Höhlen von Phowintaung bestaunten wir viele alte Buddha Statuen und Wandmalereien aus dem 14. bis zum 18. Jahrhundert. Die meisten Höhlen durften barfuss sogar betreten werden, was an anderen Orten undenkbar ist. Da die Region um Phowintaung jedoch noch nicht vom Massentourismus überrannt wurde, ist alles etwas offener und weniger restriktiv.

Bagan ist eines der Highlights in Myanmar und eine historische Königsstadt mit über zweitausend erhaltenen Sakralgebäuden aus Ziegelsteinen. Sie bildet so eine der grössten archäologischen Stätten Südostasiens. Leider schwächte uns die Lebensmittelvergiftung immer noch so sehr, dass wir nur wenige Tempel bestaunten. Da unsere Tour schon organisiert war, konnten wir uns nicht auskurieren, sondern mussten die geplante Route einhalten.

Mandalay bleibt uns wohl als stinkende Grossstadt in Erinnerung. Die U-Bein-Brücke konnte uns aber schon beeindrucken. Sie ist 1200m lang und gilt als älteste und längste Teakholz-Brücke der Welt. Der Sonnenuntergang war atemberaubend.

Das nächste Highlight von Myanmar auf unserer Route war der Inle See. Wir waren zum Glück alle wieder fit. Der See und die umliegenden Dörfer sind sehr touristisch. Wir machten eine mehrstündige Bootsfahrt und entdeckten schnell die oft fotografierten Fischer mit ihren grossen Körben. Dieses Bild war uns bekannt; wir wussten bis anhin aber nicht, dass die Fischer heute nicht mehr mit den Körben fischen sondern gegen Geld für Touristen posieren. Sie stehen zwar immer noch artistisch mit einem Bein auf der kleinen Plattform am Heck und umfassen und bewegen mit dem anderen Bein das Ruder, fischen mittlerweile aber mit Netzen. Die Landschaft und die Pfahlbauten am See waren malerisch. Wir wurden jedoch von Inszenierung – Weben, Silberschmuck, Zigarrendrehen, Karen (Langhalsfrauen) – zu Inszenierung geschleust, was mit der Zeit schon etwas nervte. Die Bootsfahrt war trotzdem sehr entspannt und sehenswert.

Unsere Weiterreise Richtung thailändische Grenze führte uns zwei Tage durch zum Teil kaum bewohnten Dschungel, vorbei an riesigen goldenen Pagoden. Weil die Leute meist sehr einfach lebten, fragten wir uns, ob die Gelder für die überall verstreuten buddhistischen Bauten nicht anderswo besser investiert gewesen wären.

Die Reise mit einem Guide war für uns ungewohnt. Anfangs freuten wir uns noch darüber, dass wir uns um nichts kümmern mussten und der Guide für uns alles organisierte. Eben diese Unselbständigkeit nervte uns mit der Zeit und wir sehnten uns auch wieder nach mehr Freiheit. Die Freiheit, das Tempo der Reise selber zu bestimmen, aber auch unsere Schlafplätze eigenständig zu suchen. Unser Guide gab sich grösste Mühe, uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. So war er immer gut gelaunt, wollte uns für Land und Kultur begeistern und liess uns eigenständig zum nächsten Hotel fahren.

1 Comment

  1. Cornelia 30. Dezember 2019 at 14:35

    Wunderschoene Fotos und Beschreibungen, mit denen Ihr die Leser in die weite Welt mit-entfuehrt.

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