Iran – Reisebericht Teil 2

Teheran statteten wir keinen Besuch ab und fuhren in die Oase Kashan. Kashan liegt am Rande der zentraliranischen Wüste im zentralen persischen Hochland, welches zur Wiege der altorientalischen Hochkulturen gehört. Wir campten wieder in einem Park nahe des Stadtzentrums und trafen dort auf Dagmar und Tobi aus Bern, die mit ihrem Landcruiser unterwegs sind. Wir lebten in Bern im selben Quartier kaum 200m von einander entfernt. Wir können es immer noch kaum glauben. Mit ihnen besichtigten wir ein historisches Haus und genossen dort während der hohen Temperaturen den kühlen Sommerwohnraum.

Zwischenzeitlich begann der Ramadan. Zu unserer Überraschung hatten wir das Gefühl, dass nur wenige Iraner fasteten, was uns in Gesprächen mehrmals bestätigt wurde. So ist es wohl verboten, in der Öffentlichkeit zu essen und zu trinken, doch sahen wir viele Iraner, die sich nicht daran hielten. Anscheinend sei man als Reisender nicht gezwungen, zu fasten. Wir sahen viele Iraner, die mit ihrem Auto unterwegs waren, am Strassenrand ein Picknick machten und das Verbot so umgingen. Auch fuhren wir durch einige Dörfer, in denen sich niemand an die Regel zu halten schien und die Leute auf der Strasse assen und tranken. Die allermeisten Restaurants und Teehäuser hatten jedoch bis zur Abenddämmerung geschlossen. In Kashan hatten wir Glück und fanden in einem Einkaufshaus eine Pizzeria, die Essen servierte, und später ein geöffnetes Teehaus. Wir freuten uns wie Kinder über Weihnachten.

Von Kashan aus fuhren wir mit Dagmar und Tobi in die Kavir Wüste. Wir genossen dort einige, ruhige Tage inmitten der Sanddünen und trafen sogar auf eine Kamelherde. Am letzten Morgen marschierten drei Iraner herbei und machten uns zu verstehen, sie seien am Vorabend einige Kilometer entfernt mit ihrem Auto im Sand steckengeblieben. Wir machten uns auf den Weg dorthin und zogen sie mit unseren Seilwinden aus ihrer misslichen Lage. Es blieb für uns unverständlich, wie sie sich mit ihrem tiefer gelegten Peugeot in die Sandwüste wagen konnten. Wir begleiteten sie, bis die Strasse problemlos passierbar war und verabschiedeten uns von ihnen.

Wir fuhren alleine weiter nach Isfahan, eine sehr alte, persische Königsstadt. Die Architektur Isfahans ist wunderschön. Wir besuchten überwältigende Moscheen und genossen die Abendstimmung an einer der berühmten Brücken. Wir hörten, wir hätten Glück und der Fluss sei nach dem iranischen Neujahr nur wegen des Ramadans noch nicht trockengelegt worden.

Anschliessend ging es weiter nach Yazd. Sie ist eine der ältesten Städte Irans – sie besteht seit dem dritten Jahrtausend vor Christus – und gehört ebenfalls zum Weltkulturerbe. Yazd liegt zwischen der Kavir und der Lut Wüste. Wir campten auf dem Parkplatz vor dem Silkroad Hotel, einem beliebten Treffpunkt für Reisende, und durften Toilette und Dusche benutzen.

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