Wie wir Millionäre wurden

Die Währung im Iran heisst Rial. Rial bekommt man im Alltag jedoch kaum zu hören. Die Iraner sprechen meist von Toman und auch die Preise sind fast immer in Toman angeschrieben. Ein Toman entspricht 10 Rial. Sind die Tomaten nun mit 25’000 angeschrieben, bezahlt man 250’000 Rial. Toman existiert als Währung nicht; bezahlt wird nur mit Rial (Noten, selten Münzen). Die Spielerei mit den Nullen geht jedoch noch weiter. Sagt dir ein Iraner, die Tomaten würden 25 kosten, meint er damit 25’000 Toman, oder eben im direkten Austausch 250’000 Rial. Dies ist anfänglich schon ziemlich verwirrend. Nach einer Weile haben wir uns so daran gewöhnt, dass wir selber oft nur noch von 25 sprechen. Den Toman haben die Iraner wohl wegen der Inflation eingeführt.

Um euch den Umrechnungskurs zu nennen, müssen wir ausholen. Der offizielle Umrechnungskurs für 1 Schweizer Franken ist ungefähr 42’000 Rial. Dieser Umrechnungskurs erhält, wer sein Geld bei einer Bank wechselt. Wir tauschten unsere Euros in einer Wechselstube und erhielten für 1 Euro ungefähr 158’000 Rial; für 1 Schweizer Franken somit ungefähr 131’600 Rial. Der Umrechnungskurs gegenüber der Bank war damit ungefähr drei Mal besser. Falls ihr die Möglichkeit habt, mit einem Iraner, dem ihr vertraut, Geld zu wechseln, kann dieser allenfalls einen etwas besseren Kurs aushandeln. Empfehlenswert ist jedenfalls, nicht zu viel Geld auf einmal zu wechseln. Der Kurs ändert sich ständig. Drei Wochen nach unserer Einreise in den Iran erhielt man für 1 Euro schon 170’000 Rial bei einer Wechselstube.

Die Euros oder Dollars müssen vom Ausland in den Iran eingeführt werden. Im Iran gibt es für Ausländer kaum eine Möglichkeit, Geld zu erhalten. Internationale Geldkarten gehören grösstenteils amerikanischen Firmen, die den Iran sanktionieren. Wir lasen von der Möglichkeit, eine iranische Kreditkarte für Touristen im Voraus beantragen zu können, welche im Hotel deponiert werde. Viele Iraner bezahlen mit Karten. Ob dies tatsächlich bei Touristen funktioniert und praktisch ist, können wir nicht beurteilen.

Die Iraner benutzen nicht die arabischen Zahlen. Die persischen Zahlen lesen zu können, erleichtert euch den Alltag ungemein. Lokale Produkte im Iran sind sehr günstig, importierte Waren können schon einiges mehr kosten. Könnt ihr die Zahlen lesen, seid ihr vor Überraschungen geschützt. So kann es vorkommen, dass ihr für ein paar Bananen gleich viel bezahlt wie für ungefähr 50 Liter Diesel.

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